Das sexpositive Glossar: Begriffe, die du an der Tür kennen solltest
Kurz und zitierfähig: die Begriffe, die auf sexpositiven Partys und Workshops tatsächlich fallen.
Sexpositiv
Eine Haltung, die einvernehmliche Sexualität in all ihren Formen als etwas Normales und Positives versteht. Eine sexpositive Party ist ein Raum, in dem mehr erlaubt ist als im Alltag, unter strengeren Regeln als im Alltag: Freiwilligkeit ist die Bedingung für alles.
Consent / Konsens
Die aktive, freiwillige Zustimmung aller Beteiligten, bevor irgendetwas passiert. Der Szene-Standard ist enthusiastischer Konsens: Nur ein klares Ja zählt, Schweigen oder Zögern zählen nicht, und jedes Ja darf jederzeit zurückgenommen werden.
Awareness-Team
Geschulte Ansprechpersonen des Veranstalters, die ganze Nacht präsent und an vereinbarten Zeichen erkennbar, etwa Lichterketten oder leuchtenden Hörnern. Sie helfen bei Grenzverletzungen, Unwohlsein oder einfach bei Fragen, ohne dass du etwas begründen musst.
SafeR Space
Bewusst mit großem R geschrieben: Veranstalter versprechen keinen absolut sicheren Raum, sondern einen sichereren, mit Strukturen, Regeln und Menschen, die Sicherheit aktiv herstellen. Der Begriff stammt aus der Awareness-Arbeit.
Playroom / Darkroom
Abgetrennte Bereiche für sexuelle oder kinky Aktivität. Sie sind klar gekennzeichnet, oft mit eigenen Regeln wie Mindestpersonenzahl oder Getränkeverbot. Auf dem Dancefloor gilt: tanzen, nicht spielen.
Play
Der Überbegriff der Szene für einvernehmliche erotische oder kinky Interaktion, von Berührung bis BDSM-Session. Dass es Spiel heißt, ist Programm: freiwillig, verhandelt, jederzeit beendbar.
Door Policy / Tür
Die kuratierte Auswahl am Einlass. Sie prüft Outfit, Haltung und Gruppenzusammensetzung, um die Mischung im Raum zu schützen. Eine harte Tür ist in dieser Szene kein Bug, sondern der Mechanismus, der den Raum drinnen frei macht.
Vibe-Check
Ein kurzes Gespräch am Einlass oder vorab per Fragebogen, in dem der Veranstalter prüft, ob du verstanden hast, worauf du dich einlässt und wie du zu den Werten des Events stehst.
Munch
Ein zwangloses Treffen der Kink-Community in Alltagskleidung an einem neutralen Ort, meist einem Café oder Lokal. Kein Play, kein Dresscode: die niedrigschwelligste Art, Menschen aus der Szene kennenzulernen.
Newcomer-friendly
Unser Label für Nächte mit Einführung am Anfang, ruhigen Zonen und einer Crew, die auf Erstbesucher eingestellt ist. Das Gegenstück ist Erfahren: Nächte, die Szene-Codes voraussetzen.
Aftercare
Die bewusste Zeit nach intensivem Play: Wasser, Decke, Gespräch, Nähe. In der Szene gilt Aftercare als Teil der Session, nicht als optionales Extra.
FLINTA*
Abkürzung für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen. Manche Partys oder Bereiche sind FLINTA*-only, um geschützte Räume zu schaffen.
Dungeon Monitor
Erfahrene Aufsichtspersonen in Play-Bereichen, vor allem auf BDSM-Events. Sie greifen ein, wenn Sicherheit oder Konsens verletzt werden, und sind die erste Anlaufstelle bei Zwischenfällen im Playroom.
Häufige Fragen
Was bedeutet sexpositiv?
Eine Haltung, die einvernehmliche Sexualität in all ihren Formen als normal und positiv versteht. Auf Partys heißt das: mehr Freiheit als im Alltag, unter strengeren Consent-Regeln als im Alltag.
Was ist der Unterschied zwischen einer sexpositiven Party und einem Swingerclub?
Sexpositive Partys sind Club-Nächte mit Musik und Community im Zentrum, Play ist optional und findet in eigenen Bereichen statt. Swingerclubs sind kommerzielle Orte, deren Kern der Partnertausch ist.